Wer nach Wegen sucht, Mitarbeiter zu finden, bekommt schnell eine Liste mit siebzehn Punkten. Die Punkte stimmen meistens sogar. Nur helfen sie wenig, solange nicht danebensteht, was jeder Weg kostet und wie lange er braucht, denn genau daran entscheidet sich, welcher für die eigene offene Stelle infrage kommt.

Deshalb hier neun Wege mit Preisschild. Die Reihenfolge geht von umsonst bis teuer, und das ist ausdrücklich keine Rangfolge nach Wirksamkeit: Der teuerste Weg ist bei vielen Stellen der schlechteste, und der billigste wird am häufigsten unterschätzt.

Die drei Wege ohne Anzeigenbudget

Der erste ist die eigene Karriereseite. Sie ist die einzige Fläche, die dauerhaft Ihnen gehört, und sie ist das Ziel, auf das alle anderen Wege zulaufen. Wer sie nicht hat, bezahlt bei jedem anderen Kanal dafür mit, dass Interessenten am Ende doch auf einer Seite landen, die nichts über die Arbeit erzählt. Eine Karriereseite mit den offenen Stellen kostet in unserem System nichts und ist in einer halben Stunde eingerichtet.

Der zweite ist die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Sie ist kostenlos, wird unterschätzt und ist bei gewerblichen und kaufmännischen Stellen regelmäßig die Quelle mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Bewerbungen. Bei IT- und Spezialistenstellen trägt sie deutlich weniger.

Der dritte ist die Empfehlung aus der Belegschaft, und er ist der wirksamste der drei. Eine Empfehlung liefert etwas mit, das keine Anzeige erzeugen kann: Vertrauen und eine ehrliche Vorschau auf den Arbeitsalltag. Wer eine Prämie aussetzt, sollte sie an die bestandene Probezeit koppeln und nicht an die Unterschrift, sonst belohnt sie Vermittlung statt Passung. Wichtig ist, dass die Belegschaft überhaupt weiß, welche Stellen offen sind. Das klingt banal und ist in den meisten Betrieben nicht der Fall.

Die Wege mit Reichweite, die Geld kosten

Reichweite kauft man dort, wo Menschen ohnehin nach Arbeit suchen. Eine einzelne Jobbörse kostet bei uns 790 Euro für 60 Tage. Das lohnt sich, wenn die Stelle klar regional oder klar fachlich ist und die passende Börse bekannt: eine Pflegestelle in Würzburg braucht kein bundesweites Publikum.

Sobald man das nicht sicher weiß, wird die Einzelbuchung zur Wette. Deshalb gibt es das Multiposting: eine Anzeige, ausgespielt auf ein ganzes Netz. Bei uns sind das 129 Portale, das Paket Professional kostet 990 Euro für 60 Tage, also 200 Euro mehr als eine einzelne Börse. Alle Preise Stand August 2026, Details auf der Preisübersicht zum Multiposting.

Der dritte bezahlte Weg sind Suchanzeigen bei Google, und hier lohnt ein Blick auf die echten Zahlen. Wir haben die Klickpreise am 15.08.2026 für Deutschland abgefragt: Ein Klick auf die Suche personalsuche wird mit 98,51 Euro ausgewiesen, mitarbeiter finden mit 56,35 Euro. Das sind Preise pro Klick, nicht pro Bewerbung. Rechnet man mit einer Bewerbungsquote von zwei Prozent, liegt eine einzige Bewerbung im vierstelligen Bereich. Suchanzeigen sind deshalb selten der erste Kanal und fast nie der einzige.

Social Media steht zwischen den Welten. Organisch kostet es nur Zeit und wirkt langsam, bezahlt wirkt es schnell und trifft Menschen, die gerade nicht suchen. Das ist der eigentliche Unterschied zur Jobbörse: Dort erreichen Sie Suchende, hier Zufriedene. Beides hat seinen Platz, aber die Texte müssen verschieden sein.

Ansprechen statt warten

Bleiben die Wege, bei denen Sie zuerst sprechen. Active Sourcing heißt, passende Personen selbst anzuschreiben, statt auf Bewerbungen zu warten. Das ist aufwendig, aber bei engen Profilen oft der einzige Weg, und es hat einen Anfang, den fast alle übersehen: die Menschen, die sich schon einmal bei Ihnen beworben haben. Mehr dazu im Ratgeber zum Active Sourcing.

Die Personalvermittlung ist die ausgelagerte Fassung davon. Üblich sind 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts, bei 45.000 Euro also grob 9.000 bis 13.500 Euro, verhandelbar und je nach Position unterschiedlich. Das ist viel Geld und manchmal gut angelegt: bei Führungspositionen und bei Profilen, bei denen die richtigen Leute nicht suchen. Bei einer Stelle dagegen, auf die sich Menschen von selbst bewerben, zahlt man hier für ein Ergebnis, das eine Anzeige für ein Zwanzigstel gebracht hätte.

Was kein Kanal rettet

Alle neun Wege enden an derselben Stelle: bei Ihrer Stellenanzeige und beim Bewerbungsformular dahinter. Wenn dort etwas nicht stimmt, macht mehr Reichweite es nicht besser, sondern nur teurer.

Bei der Anzeige sind es meistens dieselben drei Lücken: kein Gehalt, keine Angabe zur Arbeitszeit, kein konkreter Ort. Wer alle drei offenlässt, bekommt weniger Bewerbungen und dafür mehr unpassende. Was in eine gute Anzeige gehört, steht im Ratgeber zum Schreiben einer Stellenanzeige.

Beim Formular ist es eine einzige Einstellung. 47,7 Prozent der ITler bewerben sich nicht, wenn dafür ein Benutzerkonto angelegt werden muss, 42,5 Prozent brechen den Vorgang deswegen ab (Trendence HR Monitor). Wer 990 Euro für Reichweite ausgibt und dann eine Registrierung verlangt, bezahlt die Hälfte davon für Besucher, die wieder gehen. Das ist der billigste Hebel in diesem ganzen Artikel: Er kostet nichts außer einer Entscheidung.

Erst das Formular, dann die Reichweite

BewerberSuite gibt Ihnen eine Karriereseite und ein Bewerbungsformular ohne Registrierung, dazu alle Bewerbungen an einem Ort. Kostenlos, ohne Stellen- oder Nutzerlimit. Reichweite auf 129 Portalen können Sie danach zubuchen, müssen es aber nicht.

Welcher Weg für welchen Fall

Bei einer Stelle, auf die sich Menschen von selbst bewerben, also kaufmännische Berufe, Verkauf, Handwerk, Pflege, ist die Reihenfolge klar: Karriereseite einrichten, Bundesagentur nutzen, Belegschaft fragen, und wenn nach zwei Wochen zu wenig kommt, Reichweite dazukaufen. Der Fehler ist, mit dem teuersten Schritt anzufangen.

Bei einer schwer besetzbaren Spezialistenstelle dreht sich das um. Dort bringt eine Anzeige wenig, weil die passenden Personen nicht suchen. Hier lohnt die direkte Ansprache, und erst wenn die eigene Zeit dafür fehlt, eine Vermittlung.

Und bei wiederkehrendem Bedarf, also wenn dieselbe Rolle mehrmals im Jahr zu besetzen ist, lohnt keiner dieser Wege so sehr wie ein Talentpool. Die zweitbeste Bewerbung von damals ist der billigste Kandidat, den Sie je haben werden, vorausgesetzt, Sie haben damals gefragt, ob Sie die Unterlagen behalten dürfen.

Wie schnell die Wege wirken

Neben dem Preis entscheidet die zweite Frage, die in Kanallästen selten steht: Wann liegt die erste brauchbare Bewerbung auf dem Tisch? Die Antworten unterscheiden sich stärker als die Kosten.

Am schnellsten ist die Empfehlung. Wer am Montag in der Runde fragt, hat im günstigen Fall am Mittwoch einen Namen, und dieser Kontakt ist bereits vorqualifiziert. Ebenfalls schnell, aber unzuverlässig: die eigene Karriereseite, denn sie wirkt nur bei Menschen, die ohnehin auf Ihrer Website unterwegs sind.

Jobbörsen brauchen einen Anlauf. Die ersten Tage nach der Veröffentlichung bringen den größten Teil der Bewerbungen, danach flacht es deutlich ab. Wer nach fünf Tagen kaum etwas bekommen hat, wartet die restlichen 55 Tage meist vergeblich und sollte stattdessen die Anzeige überarbeiten. Das ist der praktische Grund, den Text im Blick zu behalten: Die Laufzeit ist bezahlt, die Aufmerksamkeit nicht.

Am langsamsten wirken die Wege, die auf Beziehungen setzen. Wer in Fachgemeinschaften sichtbar wird, an einer Hochschule präsent ist oder eine Arbeitgebermarke aufbaut, erntet nicht in dieser Besetzung, sondern in der übernächsten. Deshalb ist das kein Ersatz für eine Anzeige, wenn jemand im Oktober anfangen soll, aber es ist der einzige Weg, der mit der Zeit billiger statt teurer wird. Wie das im Kleinen geht, steht im Ratgeber Employer Branding für KMU.

Häufige Fragen

Wie finde ich Mitarbeiter ohne Budget?
Drei Wege kosten kein Geld: die eigene Karriereseite, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und Empfehlungen aus der Belegschaft. Der wirksamste davon ist die Empfehlung, weil sie Vertrauen mitliefert, das keine Anzeige erzeugt. Wichtig ist, dass alle drei auf ein Bewerbungsformular führen, das ohne Registrierung funktioniert.
Was kostet eine Stellenanzeige?
Das hängt vom Weg ab. Eine einzelne regionale oder fachliche Jobbörse liegt bei uns bei 790 Euro für 60 Tage. Die Ausspielung auf das gesamte Netz aus 129 Portalen kostet 990 Euro im Paket Professional, ebenfalls 60 Tage, Stand August 2026. Große Generalisten liegen darüber. Kostenlos sind die eigene Karriereseite und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.
Lohnt sich eine Personalvermittlung?
Sie lohnt sich dort, wo das Problem nicht die Reichweite ist, sondern die Ansprache: bei Führungspositionen und sehr engen Spezialistenprofilen, bei denen die passenden Personen nicht suchen. Üblich ist eine Provision von 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts, bei 45.000 Euro also grob 9.000 bis 13.500 Euro. Bei Stellen, auf die sich Menschen von selbst bewerben, ist das der teuerste Weg zum gleichen Ergebnis.
Warum bekomme ich keine Bewerbungen?
Meist liegt es an einer von drei Stellen, und die Reihenfolge überrascht. Erstens: Die Anzeige wird nicht gesehen, weil sie nur auf der eigenen Website steht. Zweitens: Sie wird gesehen, überzeugt aber nicht, weil Gehalt, Arbeitszeit und Ort fehlen. Drittens: Sie überzeugt, aber das Bewerbungsformular verlangt eine Registrierung oder funktioniert auf dem Handy nicht. Der dritte Punkt ist der häufigste und der billigste zu beheben.

Die Klickpreise stammen aus den Google-Ads-Daten für Deutschland, abgefragt am 15.08.2026, und schwanken je nach Wettbewerb und Zeitpunkt. Die Bewerberzahlen stammen aus dem Trendence HR Monitor. Unsere eigenen Preise gelten mit Stand August 2026 und stehen in der Preisübersicht.